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Re: Wissenschaft und Glauben

Gaurahari <newsgro...@gaurahari.ch>

Benno Hartwig wrote:
> "Gaurahari" <newsgro...@gaurahari.ch> schrieb

>> Du glaubst an die Singularität vor dem Urknall, obschon allein schon diese Singularität eine absolut nichfalsifizierbare Annahme
>> ist.

> Das ist natürlich keine besonders ansprechende
> Situation. Das sehe ich ein.
> Allerdings sind auch heute noch diverse Beobachtungen
> möglich, mit deren Hilfe sich die Urknall-These
> stützen oder widersprechen lässt.
> Und vermutlich wird die Zukunft uns da noch
> einige Informationen mehr bringen
> Immerhin.
> Ich bin gespannt.

>> Ich meine, du glaubst daran, dass vor dem Urknall die gesamte Materie dicht zusammengepresst, kleiner als ein Tennisball, in einer
>> ominösen Singularität aus dem Gleichgewicht geriet, explodierte (Urknall) und aus diesem kleinen Kügelchen, die Masse von
>> X-Tausenden von Galaxien entstanden sei. Eine solche Geschichte findest du glaubwürdig!

> Ich staune zunächst ja auch.
> Und ich frage, welches andere Modell wäre denn denkbar.

>> Aber gleichzeitig willst du dich lächerlich über jene machen, die es vorziehen, an die unbegrenzte Macht Gottes zu glauben.
>> Du bist einfach nur lächerlich mit deinem pseudo-überheblichen Getue!

> LOL.
> Aber im Ernst:
> Die Vorstellung einer "ominösen Singularität" ist für mich
> _sehr_ viel leichter als die Vorstellung einer
> aus dem nichts heraus entstandenen (oder immer dagewesenen)
> Gottheit, vielleicht mit Allmacht, der es gefällt
> das Universum dann eben auch aus dem Nichts heraus zu schaffen,
> die dann meint "Ach ich schaffe mal Leben und insb. den Menschen"
> und das dann tut, weil sie ja so angenehm allmächtig ist.

Gott ist voller unbegrenzter Energien. Seine Welt, Er selbst und die
Lebewesen (Atman) sind bewusste Energie. Materie ist seine äussere Energie.
Er schafft alles durch seine Energien (Kräfte), nicht aus dem Nichts.

> Doch, die Urknall-These ist für mich deutlich glaubwürdige
> als der extrem spekulative Gedanke an ein komplexes
> Wesen, welches die Welt dann willentlich schafft.
> Deutlich!

Da wir selbst bewusste Wesen sind und durch Analyse den Wert und die
Überlegenheit von Bewusstsein gegenüber lebloser Materie erkennen
können, sollte es nicht allzu schwierig sein, sich das schöpferische
Potential eines unbegrenzten Bewusstseins zumindest im Ansatz ein wenig
vorstellen zu können.

Im Gegensatz hierzu ist die Tennisball-grosse Singularität, die sich als
reines Glaubenskonstrukt erweist, an Naivität kaum zu überbieten. In
solch abstruse Theorien nimmt man nur dann Zuflucht, weil man das
gängige Gottesbild in jedem Falle draussen halten will.

Aber du solltest nicht vergessen: Gott ist unendlich viel mehr, als wir
uns jemals vorstellen könnten oder uns (im Westen) über Jahrhunderte
durch die Kirche angstmachend indoktriniert wurde.

> Wohlgemerkt:
> IMO muss nicht der Urknall gewesen sein.
> Wenn denn nach einigen Beobchtungen und Gedanken doch wieder
> irgendein Steady State Modell favorisiert wird, so will
> ich jetzt sicher nicht den Schiedsrichter spielen.

> Aber derartige materialistische Grundannahmen erscheinen
> mir _weit_ weniger spekulativ und gekünstelt als die
> Annahme eine ewig existierenden oder auch irgendwann
> vor dem Universum entstandenen denkenden und
> erschaffenden Gottheit.
> Sehr _weit_, Gaurahari!

Das ist die Freiheit deines Glaubens, dessen Ursache ich in der Enge des
christlichen Denkens sehe, welches für viele synonym für den Glauben an
Gott steht.

Gruss
Gaurahari

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